{"id":4845,"date":"2021-09-08T08:56:18","date_gmt":"2021-09-08T08:56:18","guid":{"rendered":"https:\/\/thomaskroeger.net\/?p=4845"},"modified":"2022-04-22T16:04:23","modified_gmt":"2022-04-22T16:04:23","slug":"common-grounds","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/thomaskroeger.net\/de\/common-grounds\/","title":{"rendered":"Common Grounds"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr europ\u00e4ische Gro\u00dfst\u00e4dte allemal mehr als ungew\u00f6hnlich, ist die sich hier anbietende Erweiterung einer innerst\u00e4dtischen Fl\u00e4che gewaltigen Ausma\u00dfes. Ein 24 Hektar gro\u00dfes palimpsestartiges Areal will neu beschrieben und\u00a0aufgeteilt werden.\u00a0F\u00fcr die Stadt Osnabr\u00fcck bietet sich mit dem Lok-Viertel die einmalige Chance gemeinsam mit der\u00a0Alois und Brigitte Coppenrathstiftung ein Stadtviertel zu entwickeln, welches nicht nur der Stadtgemeinschaft dient, sondern seine Strahlkraft weit in die Region tr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Was aber sind die Parameter, mit welchen eine lokale Stadtentwicklung zu denken ist?<\/p>\n<p>In der &#8218;New Urban Agenda\u2018 wie sie die Konferenz der Vereinten Nationen von Quito 2016 beschloss, wurde die Verbindung zwischen Stadt und\u00a0Klimaschutz, Gerechtigkeit und einer anderen Form von\u00a0demokratischer\u00a0Partizipation festgelegt und in die Ziele der\u00a0\u201a2030 Agenda for Sustainable Development\u2018 eingebettet, auch vor dem Hintergrund der Prognose, dass sich die\u00a0Weltbev\u00f6lkerung bis zum Jahr 2050 verdoppeln k\u00f6nnte. Das erh\u00f6ht\u00a0einerseits den Druck auf die St\u00e4dte, die einen gro\u00dfen Teil dieses Wachstums aufnehmen werden, und erm\u00f6glicht gleichzeitig, innerhalb der\u00a0St\u00e4dte progressive Politik umzusetzen und die wesentlichen Fragen des 21.\u00a0Jahrhunderts anzugehen. Die Grundlagen des menschlichen Lebens, das macht die Erkl\u00e4rung von Quito deutlich, sind allesamt lokal: Wohnung, Arbeit, Gesundheit, Bildung,\u00a0Erholung, Ern\u00e4hrung, menschliche Kontakte, soziale Organisationen.<\/p>\n<p>Gleichzeitig verwandeln sich weltweit St\u00e4dte in\u00a0riesige Einkaufszentren, die den \u00f6ffentlichen Raum immer mehr\u00a0einschr\u00e4nken und damit die zentralen politischen und gesellschaftlichen Freiheiten der Stadt beschneiden.\u00a0Die Unterscheidung \u00f6ffentlicher und privater Fl\u00e4chen macht seit jeher den st\u00e4dtischen Grundvertrag aus. Gasse, Stra\u00dfe, Platz waren, in der ganzen Bandbreite ihrer historischen Entwicklung, Formen \u00f6ffentlichen Raums, die als solche der anderen Seite gegen\u00fcberstehen, dem privaten Grundst\u00fcck. &#8218;Da\u00df die Unterscheidung \u00f6ffentlicher und privater R\u00e4ume ins Wanken ger\u00e4t, ist die eine Seite der gegenw\u00e4rtigen Stadtkrise&#8216; schreibt bereits 1993 Dieter Hoffmann-Axthelm in seinem Buch\u00a0\u201aDie dritte Stadt\u2018. Und ja, der \u201eCommon Ground\u201c ist in den letzten 30 Jahren an vielen Stellen erodiert.\u00a0Denn letztlich geht es um Aufenthaltsrechte. Solange man von einem privaten Grundst\u00fcck vertrieben werden kann, solange ist der Asylcharakter \u00f6ffentlicher R\u00e4ume unaufgebbar.<\/p>\n<p>Dieser Entwicklung entgegen stehen aber doch auch Symbolorte f\u00fcr ein demokratischeres urbanes Verst\u00e4ndnis.\u00a0Bruce\u00a0Katz und Jeremy Nowak beschreiben in Ihrem Buch &#8218;The New Localism.\u00a0How Cities\u00a0Thrive in the Age of\u00a0Populism\u2018, wie sich unter anderen Kopenhagen\u00a0innerhalb von etwa 25 Jahren von einer verfallenden Industriestadt in die \u00f6kologische, moderne, technologisch\u00a0avancierte Vorzeigemetropole Europas entwickelt hat. Der Ansatz war dabei durchaus unternehmerisch, aber eben im Dienste der Gemeinschaft und nicht einzelner Interessen: Die Stadt schuf eine Institution, die im Besitz der\u00a0Stadt blieb, aber wie ein privatwirtschaftliches Unternehmen gef\u00fchrt wurde, und die den \u00f6ffentlichen Besitz an Boden und den Wohnungsbau als zentrales Element einer\u00a0inklusiven und innovativen Stadtpolitik begriff.<\/p>\n<p>Hier liegt die Herausforderung an Stadt und Stiftung: Die Hand auf den Fl\u00e4chen zu halten und sie der Gemeinschaft als\u00a0Common Grounds zur Verf\u00fcgung zu stellen. Nicht als Geschenk, sondern als Teilhabe. In diesem Sinne ist dieser Vorschlag zum Masterplan entwickelt.<\/p>\n<p>In Zusammenarbeit mit Atelier Loidl Landschaftsarchitekten, Berlin und Transsolar Energietechnik, Stuttgart<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr europ\u00e4ische Gro\u00dfst\u00e4dte allemal mehr als ungew\u00f6hnlich, ist die sich hier anbietende Erweiterung einer innerst\u00e4dtischen Fl\u00e4che gewaltigen Ausma\u00dfes. 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